Warum wir kein OPOL nutzen

Warum wir kein OPOL nutzen

Immer und überall liest man von „One Person, one language“ (OPOL) und dass OPOL das beste Sprachmodell für mehrsprachige Familien ist.
Es wurde in der Tat am meisten erforscht, besonders durch die ForscherInnen, die genau dieses Modell mit ihren eigenen Kindern angewandt haben.

 

Bei OPOL spricht ein Elternteil ausschließlich seine eigene Muttersprache mit dem Kind

Überwiegend in der eigenen Muttersprache zu sprechen ist grundsätzlich sehr sinnvoll – besonders am Anfang, damit die Grundlagen in beiden Sprachen gelegt werden.
Aber je nach aktuellem Sprachsetting und Gesamtsituation kann es sinnvoll sein, OPOL nicht so strikt umzusetzen, wie immer geraten wird. Das ist besonders dann der Fall, wenn die Minderheitssprache gestärkt werden kann.

 

Minderheitssprache im Blick

In meinem letzten Kurs kam immer wieder die Frage auf „Darf ich mit meinem Kind auch Bücher lesen oder Lieder singen, die nicht in meiner Muttersprache sind?“ Meine Antwort: Wenn Du Dich in der Sprache wohlfühlst und Du das gerne machen möchtest – na klar! Kinder werden nicht verwirrt, wenn man mal die Sprache der PartnerInnen nutzt. Im Gegenteil – sie erleben Deine Kompetenzen und Begeisterung für die Sprache.

Das Augenmerk sollte dabei aber immer auf der Minderheitssprache liegen. D.h. wenn der Elternteil mit der Minderheitssprache viel in der Mehrheitssprache singt, liest, erzählt etc. dann geht das zur Lasten der Minderheitssprache.

Wenn aber das Elternteil mit der Mehrheitssprache die Minderheitssprache nutzt, dann erhöht es den Input der Sprache, die das Kind wenig hört.

 

Unser Ansatz

Wir machen genau das. Obwohl ich überwiegend Deutsch mit unserer Tochter spreche, singe ich inzwischen niederländische Kinderlieder, zähle die Zahlen („komm wir zählen wie Papa“) oder adressiere sie in der Sprache, wenn die niederländische Familie dabei ist. Aber nur in dem Rahmen, wie es sich gut für mich anfühlt und was meine Sprachkompetenzen so hergeben.

Das war ein Prozess. Zu Beginn habe ich ausschließlich Deutsch gesprochen, aber mit fortschreitendem Alter und Sprachkompetenzen haben wir unser Modell angepasst, um der Minderheitssprache mehr Raum in unserem Alltag zu geben.

 

Das passende Sprachmodell

Modelle sind immer nur theoretische Konstrukte und spiegeln nicht immer die Lebenswirklichkeit dar, die durchaus sehr komplex sein kann.

Für jede Familie gibt es ein ganz eigenes, passendes Sprachmodell, das sich mit der Zeit auch verändern kann. Daher lohnt es sich, immer wieder zu reflektieren, an welcher Stelle man Anpassungen vornehmen kann.

„Eine unserer Hauptherausforderungen war das Finden eines Sprachmodells, das genau zu uns passt. Da wir dreisprachig erziehen, habe ich mich in keinem der Modelle wiedergefunden, die ich bisher kennengelernt habe. Wir haben in keine der Schubladen gepasst und ich habe ständig darauf gehofft, noch das richtige Modell für uns zu finden. Der Kurs hat mir diese Unsicherheit genommen und ich weiß, dass wir immer auch Anpassungen machen können, wenn sich etwas ändert. Wir ein Sprachmodell für uns gefunden, das genau für uns passt und das hat ganz viel Druck raus genommen. Wir haben uns durch Katharinas Anleitung quasi unsere eigene Schublade gebastelt.“

Kim, 3 Sprachen, Kind 14 Monate alt

 

Finde euer Sprachmodell

Wichtig: Was für unsere Sprachsituation der richtige Ansatz ist, muss nicht zwangsläufig auch hilfreich in eurem Sprachsetting sein. Denn jede Familie und Situation ist anders. Daher ist unsere Sprachstrategie nicht 1:1 für alle passend!

Wenn Du das passende Sprachmodell für Deine Familie finden möchtest, dann sei in der nächsten Runde meines Online-Kurses dabei oder komme gerne zu mir in die Einzelberatung.
Wir wollen die Stellschrauben optimal einstellen, damit euer Kind am meisten davon hat.

Mehr Informationen zum Kurs findest Du hier.

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Übrigens: Wenn Du erfahren möchtest, wie die mehrsprachige Erziehung ein bisschen leichter fällt und Du das Ganze mit mehr Gelassenheit angehen kannst, dann hole Dir hier meine 5 Tipps für Dich!

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