Erfahrungsbericht: „Es fiel mir schwer, Deutsch mit meinem Kind zu sprechen“

Mir fiel es so schwer, Deutsch mit meinem Kind zu sprechen

Ich wohne schon seit vielen Jahren im englischsprachigen Ausland, daher ist Englisch inzwischen meine Hauptsprache. Die Geburt meines Kindes vor wenigen Monaten hat einiges verändert und mich vor große Herausforderungen gestellt. Mir ist es unheimlich wichtig, dass er Deutsch lernt und sich mit der deutschen Familienseite verständigen kann. Gleichzeitig fiel es mir so unglaublich schwer, Deutsch mit ihm zu sprechen und konsequent dabei zu bleiben.

 

Ich habe mir große Vorwürfe gemacht

Vor Ort hier habe ich ausschließlich englischsprachige Freunde und Bekannte und meine Familie lebt weit weg in Deutschland. Ich bin also die einzige, die Deutsch an ihn weitergeben kann. Aber ich bin ständig wieder ins Englische verfallen und habe mir große Vorwürfe gemacht und das Gefühl des Scheiterns gehabt. Ich dachte, ich bin einfach zu faul, weil ich den einfachen Weg nehme und Englisch mit ihm spreche und habe mich total allein gefühlt, weil ich nicht wusste, wie wir auf den richtigen Weg kommen sollten.

 

Jetzt sind wir auf dem richtigen Weg!

Inzwischen sieht es ganz anders aus! Was sich vorher schwer und belastend angefühlt hat, ist nun leicht und klar. Ich habe es geschafft, dass ich fast ausschließlich Deutsch mit meinem Sohn spreche und habe nun viel mehr Unterstützung von Freunden und Familie. Dabei habe ich nur ein paar Kleinigkeiten geändert, die aber eine große Wirkung hatten. Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, weil ich jetzt weiß, wie ich Anpassungen machen kann, wenn Sprachbalance unausgeglichen ist. Solange wir hier leben, wird Englisch die dominante Sprache bleiben. Aber mir hilft es zu wissen, dass sich das auch wieder ändern kann und meine Mühen nicht umsonst sind.

 

Es lohnt sich, dran zu bleiben

Mehrsprachig zu erziehen ist nicht immer so leicht, wie man es sich vorstellt. Da ist es wirklich hilfreich, ein paar Dinge zu wissen, die man berücksichtigen sollte, zum Beispiel wie wichtig das passende Sprachemodell ist und wie man Andere sinnvoll einbeziehen kann. Ich habe gelernt, dass noch weitere Herausforderungen auf uns warten werden und dass es nicht immer einfach ist, aber dass es sich aber wirklich lohnt, dran zu bleiben und jeder davon profitiert.

Jetzt fühlt sich das Thema mehrsprachige Erziehung viel natürlicher an – es läuft und wir haben eine tolle Routine für uns entwickelt, die uns weiterbringt.

 

Wie ich das geschafft habe? Ich habe mich aktiv mit dem Thema auseinandergesetzt und einen Kurs besucht, wo es genau um dieses Thema und noch viele andere ging. Ich bin wirklich so dankbar, dass ich an dem Kurs teilnehmen konnte und dass ich morgens um 4 Uhr dafür aufgestanden bin! Es hat sich wirklich, wirklich gelohnt. Wenn ich nicht teilgenommen hätte, wäre ich jetzt immer noch am Punkt A und würde mir einfach nur Vorwürfe machen.“

Theresa, 2 Sprachen, Kind 3 Monate alt

 

 

Übrigens: Wenn Du erfahren möchtest, wie die mehrsprachige Erziehung ein bisschen leichter fällt und Du das Ganze mit mehr Gelassenheit angehen kannst, dann hole Dir hier meine 5 Tipps für Dich!

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